Gewicht, Stoffwechsel und Gehirngesundheit – welche Zusammenhänge die Forschung zeigt
Übergewicht ist ein bekannter Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch auch die Gehirngesundheit kann von unserem Lebensstil beeinflusst werden. Dr. Nina Homayoon-Perchtold, Fachärztin für Neurologie, erklärt, welche Rolle Stoffwechselgesundheit, Ernährung und Prävention für die langfristige geistige Fitness spielen.

Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis, Orientierung, Sprache oder Denkvermögen einhergehen. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Erkrankung, daneben gibt es unter anderem vaskuläre Demenz, Lewy-Körper-Demenz und frontotemporale Demenz.
Welche Rolle spielt Übergewicht?
Mit zunehmendem Alter verändert sich unsere geistige Leistungsfähigkeit bis zu einem gewissen Grad ganz natürlich. Gleichzeitig beschäftigt die Forschung seit Jahren die Frage, welche Faktoren das Risiko für eine spätere Demenzerkrankung beeinflussen können.
Dabei zeigt sich: Besonders Stoffwechselerkrankungen und kardiovaskuläre Risikofaktoren im mittleren Lebensalter können sich negativ auf die Gehirngesundheit auswirken. Dazu zählen insbesondere Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes mellitus.
Diese Faktoren können die Gefäßgesundheit beeinträchtigen und damit auch die Durchblutung des Gehirns beeinflussen. Gerade die vaskuläre Gesundheit spielt eine wichtige Rolle für die langfristige Erhaltung kognitiver Funktionen.
Expertentipp
„Unser Gehirn ist auf eine gute Durchblutung und eine stabile Stoffwechselsituation angewiesen. Was Herz und Gefäßen schadet, kann langfristig auch die Gehirngesundheit beeinflussen.“
Was Ernährung zur Prävention beitragen kann
Eine ausgewogene Ernährung ist kein Garant dafür, Demenz zu verhindern. Sie kann jedoch ein wichtiger Baustein eines gesunden Lebensstils sein, der bekannte Risikofaktoren positiv beeinflusst.
Besonders relevant sind dabei Lebensmittel mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften sowie Nährstoffe, die für Nerven- und Gefäßfunktion wichtig sind.
Wichtige Nährstoffe für die Gehirngesundheit
Antioxidantien
Oxidativer Stress wird als ein möglicher Faktor bei Alterungsprozessen und neurodegenerativen Erkrankungen diskutiert. Antioxidantien helfen dem Körper, freie Radikale zu neutralisieren. Sie finden sich unter anderem in Beeren, grünem Blattgemüse, Brokkoli, Paprika, Tomaten, Zitrusfrüchten und Kräutern.
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Bestandteile von Zellmembranen und spielen eine Rolle für Gehirn- und Gefäßfunktion. Gute pflanzliche Quellen sind beispielsweise Leinöl oder Algenöl.
B-Vitamine
Vitamine wie B6, B12 und Folsäure sind an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt, die auch für das Nervensystem relevant sind. Sie kommen unter anderem in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, grünem Gemüse und – je nach Vitamin – weiteren Lebensmitteln vor.
Mehr als Ernährung: Lebensstil zählt
Neben einer ausgewogenen Ernährung gelten auch regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, geistige Aktivität und die Behandlung bestehender Risikofaktoren als wichtige Bausteine für die Gehirngesundheit.
Gerade Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden.
Fazit
Nicht alle Demenzformen lassen sich verhindern – und die Ursachen sind komplex. Fest steht jedoch: Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, bekannte Risikofaktoren zu reduzieren und die langfristige Gehirngesundheit positiv zu unterstützen.
In Zusammenarbeit erstellt mit
Dr. Nina Homayoon-Perchtold
Fachärztin für Neurologie
Wahlarztpraxis in Graz
Ärztezentrum prophy docs











