Warum Frauen anders abnehmen als Männer – und was das für deinen Stoffwechsel bedeutet
Warum nehmen Frauen langsamer ab als Männer? Viele Frauen kennen das Gefühl: Der Partner verzichtet zwei Wochen auf Süßes – und die Kilos purzeln. Selbst bemüht man sich monatelang – und die Waage bewegt sich kaum. Der Grund liegt oft nicht in der Disziplin, sondern in den Hormonen.

Als Ernährungswissenschafterin beobachtet Kerstin Huber genau dieses Phänomen immer wieder: Frauen kämpfen selten gegen mangelnde Motivation – sondern häufig gegen hormonelle Rahmenbedingungen, die ihren Stoffwechsel beeinflussen.
Warum nehmen Frauen langsamer ab als Männer?
Männer haben biologisch bedingt:
- mehr Muskelmasse
- einen höheren Grundumsatz
- mehr viszerales (inneres) Bauchfett
Mehr Muskeln bedeuten: höherer Kalorienverbrauch – selbst im Ruhezustand.
Viszerales Fett reagiert schneller auf Veränderungen als das Unterhautfettgewebe, das bei Frauen typischerweise an Hüften, Oberschenkeln und Bauch sitzt.
Deshalb verlieren Männer bei gleicher Ernährungsumstellung häufig schneller an Gewicht.
Der weibliche Hormonhaushalt: fein abgestimmt – und sensibel
Der weibliche Körper arbeitet zyklisch. Das macht ihn leistungsfähig – aber auch empfindlicher gegenüber Diäten, Stress und Schlafmangel.
- Östrogen – steuert die Fettverteilung
Östrogen beeinflusst, wo Fett gespeichert wird. Sinkt der Spiegel – etwa in den Wechseljahren – sammelt sich Fett häufiger im Bauchbereich. - Progesteron – beeinflusst Hunger & Gewicht
Je nach Zyklusphase können Appetit, Wassereinlagerungen und kurzfristige Gewichtsschwankungen zunehmen. Das ist hormonell bedingt – keine echte Zunahme. - Cortisol – blockiert den Fettabbau
Dauerstress erhöht Cortisol. Dadurch steigen Blutzucker und Insulin – der Fettabbau wird gebremst. Besonders in Kombination mit strengen Diäten reagiert der weibliche Stoffwechsel sensibel.
Warum nehmen Frauen trotz Diät langsamer ab?
Viele Diätkonzepte setzen auf starkes Kaloriendefizit.
Doch der weibliche Körper reagiert häufig mit:
- Stoffwechselverlangsamung
- Muskelabbau
- Heißhunger
- Jo-Jo-Effekt
Kerstin Huber betont: „Zu wenig essen ist für den weiblichen Stoffwechsel oft kontraproduktiv. Der Körper geht in einen Sparmodus – und genau das blockiert den Fettabbau langfristig.“
Expertentipp
„In meiner täglichen Arbeit sehe ich, dass viele Frauen zu stark reduzieren, wenn sie abnehmen möchten. Doch genau das setzt den Stoffwechsel zusätzlich unter Druck. Der weibliche Körper reagiert sensibel auf Stress – und auch ein dauerhaftes Kaloriendefizit ist Stress.
Mein Rat ist daher: Stabilisiere zuerst deinen Blutzucker. Achte auf regelmäßige, eiweißreiche Mahlzeiten und vermeide starke Schwankungen. Muskelerhalt ist entscheidend, denn Muskelmasse unterstützt deinen Grundumsatz. Gleichzeitig darf Erholung nicht unterschätzt werden – ausreichend Schlaf und bewusste Entlastung im Alltag wirken sich direkt positiv auf den Fettstoffwechsel aus.
Frauen nehmen nicht langsamer ab, weil sie etwas falsch machen. Sie brauchen lediglich eine Strategie, die ihren hormonellen Rhythmus berücksichtigt.“
Fazit
Frauen nehmen nicht schlechter ab – sie nehmen anders ab.
Wer hormonelle Zusammenhänge versteht und den Stoffwechsel gezielt unterstützt, kann nachhaltig Gewicht reduzieren – ohne Hungern und ohne Dauerstress.
Abnehmen ist keine reine Rechenaufgabe.
Es ist ein Zusammenspiel aus Hormonen, Stoffwechsel und Lebensphase.
Häufige Fragen zu Hormonen & Abnehmen
Warum nehme ich trotz Kaloriendefizit nicht ab?
Hormonelle Faktoren, Stress oder eine reduzierte Stoffwechselaktivität können den Fettabbau bremsen.
Spielt der Zyklus beim Abnehmen eine Rolle?
Ja. Appetit, Trainingsleistung und Wassereinlagerungen schwanken je nach Zyklusphase.
Warum wird Abnehmen in den Wechseljahren schwieriger?
Sinkende Östrogenspiegel beeinflussen Fettverteilung, Muskelmasse und Insulinsensitivität.
Ist mehr Sport automatisch besser?
Nicht unbedingt. Zu intensives Training kann zusätzlichen Stress erzeugen und hormonelle Prozesse negativ beeinflussen.











