Bluthochdruck und Übergewicht: Dr. Havor im Interview
Übergewicht kann Herz und Kreislauf stark belasten. Im Interview erklärt Dr. Beatrix Havor, wie Gewicht und Bluthochdruck zusammenhängen, welche Rolle viszerales Bauchfett spielt und wann eine Gewichtsabnahme auch den Medikamentenbedarf verändern kann.

Ist Übergewicht ein Hauptfaktor für Bluthochdruck?
Dr. Havor: Übergewicht zählt zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Bluthochdruck. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus dem Jahr 2024, in der 17 Studien ausgewertet wurden, zeigt: Menschen, die vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter dauerhaft übergewichtig waren, hatten ein rund 2,5-mal so hohes Risiko für Bluthochdruck wie durchgehend normalgewichtige Personen. Auch wenn sich Übergewicht erst im Erwachsenenalter entwickelte, war das Risiko deutlich erhöht.
In welcher Form belastet Übergewicht das Herz?
Dr. Havor: Um die größere Körpermasse – vor allem den erhöhten Fettanteil – zu versorgen, muss das Herz seine Leistung anpassen und wächst dabei mit. Dadurch erweitern sich die Herzkammern, es gelangt mehr Blut hinein und das Herz muss es mit höherem Druck in den Kreislauf pumpen. Dies kann Bluthochdruck auslösen, der durch den anhaltenden Druck auf die Gefäßwände wiederum Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose begünstigt.
Welche Auswirkungen hat Übergewicht auf Blutdruck und Gesundheit?
Dr. Havor: Ab einem Blutdruck von 140/90 mmHg spricht man von Hypertonie. Oft entwickelt sich Bluthochdruck über Jahre unbemerkt und kann dabei bereits Schäden verursachen. Ungesunde Ernährung begünstigt nicht nur Übergewicht, sondern auch eine erhöhte Insulinproduktion. Zu den möglichen schwerwiegenden Folgen zählen Herzinfarkt und Schlaganfall.
Kann eine Gewichtsreduktion Folgeerkrankungen reduzieren?
Dr. Havor: Ja, eine Gewichtsreduktion kann den Blutdruck senken und damit auch das kardiovaskuläre Risiko reduzieren. Wichtig ist: Übergewicht ist nicht harmlos – Fettgewebe wirkt als aktives Organ und setzt Botenstoffe frei, die chronische Entzündungsprozesse und sogar Zellalterung fördern können. Deshalb ist es sinnvoll, möglichst früh gegenzusteuern.
Welche weiteren Folgen kann Übergewicht haben?
Dr. Havor: Übergewicht kann weit mehr als Herz und Kreislauf belasten. Es erhöht unter anderem das Risiko für Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebserkrankungen. Zusätzlich kann das höhere Körpergewicht Gelenke und Wirbelsäule belasten und Beschwerden wie Arthrose, Fersensporn oder chronische Rückenschmerzen begünstigen. Auch Schlafstörungen und psychische Belastungen können damit in Zusammenhang stehen.
Wie schützt eine Gewichtsreduktion vor Folgeschäden?
Dr. Havor: Wichtig ist vor allem, den sogenannten „ungesunden“ Fettanteil im Körper zu reduzieren. Dieser befindet sich vor allem um Organe unter der Leibesmitte – besonders kritisch sind Fettdepots an Herz und Leber. Das viszerale Bauchfett produziert ungünstige Botenstoffe und Hormone, die mit Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden in Verbindung stehen. Genau dieses Fett sollte daher gezielt über eine Ernährungsumstellung reduziert werden, um Folgeerkrankungen vorzubeugen oder bestehende Risiken zu senken.
Weniger Gewicht kann den Blutdruck entlasten
„Bei easylife wird der Fettstoffwechsel gezielt aktiviert, um überschüssiges Körperfett – insbesondere viszerales Bauchfett – zu reduzieren und die Muskelmasse bestmöglich zu erhalten. Mit der Gewichtsabnahme können sich auch Blutdruck und Stoffwechselwerte verbessern. Viele Teilnehmer berichten außerdem von besserem Schlaf, mehr Energie und gesteigertem Wohlbefinden. Was gibt es Schöneres, als leichter und gesünder durchs Leben zu gehen – und, wenn medizinisch möglich, mit weniger oder sogar ohne Blutdruckmedikamente auszukommen?“
Was eine Gewichtsabnahme bewirken kann
Wie positiv sich eine Gewichtsabnahme auf den Blutdruck auswirken kann, zeigt die Geschichte von Alfred Antowitzer. Er verlor mit easylife rund 22 Kilogramm. Nach mehreren ärztlichen Kontrollen benötigt er keine Blutdruckmedikamente mehr; sein Blutdruck lag zuletzt bei 130/70 mmHg.
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