12.10.2021

So lösen Sie schnell das heimische Problem der Lebensmittelverschwendung

Am 16. Oktober ist Welternährungstag – ein Tag, an dem die Vereinten Nationen das Bewusstsein der Menschen dafür sensibilisiert, dass immer noch Millionen Menschen auf der Erde Hunger leiden. Um die Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen, erhalten Verbraucher hier einfach umzusetzende Tipps gegen die Lebensmittelverschwendung. Denn: mehr als 50 Prozent der Lebensmittelabfälle entsteht in privaten Haushalten.

So lösen Sie schnell das heimische Problem der Lebensmittelverschwendung

Welternährungstag: eine Devise nach 40 Jahren Aktivismus gegen den Hunger

Seit dem 16. Oktober 1981 findet der Welternährungstag jährlich statt, nachdem er an der Konferenz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen durch die Generalversammlung beschlossen wurde. Wie es ursprünglich hieß, ist „Nahrung eine Voraussetzung für das Leben und Wohlbefinden des Menschen“, weshalb die Staaten sowie alle internationalen, nationalen und regionalen Organisationen dazu angehalten sind, „zum Erfolg der Veranstaltungen anlässlich des Welternährungstages beizutragen“.

Auch am 16. Oktober 2021 finden in rund 150 Ländern der Welt viele Veranstaltungen und Aktionen statt, um auf den Welthunger aufmerksam zu machen. Die Poetry X Hunger Initiative aus den Vereinigten Staaten hat erneut einen Poesiewettbewerb ausgerufen, in Toronto (Kanada) wird der CN Tower blau erleuchten und erstmalig wird er auf der Expo 2020 Dubai gefeiert, die vom 01. Oktober 2021 bis 31. März 2022 zum Thema „Connecting Minds, Creating the Future“ stattfindet.

Noch Anfang der 1990er Jahre waren mehr als eine Milliarde Menschen weltweit von Unterernährung betroffen. Mittlerweile hat sich die Zahl auf etwa 684 Millionen Menschen reduziert. Betrachtet man einzelne Weltregionen sinkt zwar die Anzahl unterernährter Menschen in Asien, in Afrika allerdings gab es einen deutlichen Zuwachs. Zieht man bei dem Vergleich die Weltbevölkerung in Betracht, so hat sich die Anzahl der Betroffenen in 30 Jahren von 19 auf 10 Prozent reduziert.

Als Unterernährung wird ein Zustand bezeichnet, in dem die normale Nahrungsaufnahme einer Person nicht ausreichend für das notwendige Energieniveau eines gesunden Lebens ist.

Das können Sie gegen die Verschwendung von Lebensmitteln tun

Nicht nur die Länder oder große Organisationen können dazu beitragen, genug Nahrung für alle Menschen auf der Welt bereitzustellen. Auch Einzelpersonen können mitwirken, indem sie umdenken und sich selbst wichtige Fragen stellen:

  • Wie konsumiere ich Nahrung?
  • Wie kann ich die Gesundheit meiner Umwelt (Menschen, Tiere und Pflanzen) verbessern?
  • Wie reduziere ich Lebensmittelabfälle und -verlust?

Das WHI (Welthunger-Index) fordert nachhaltige Ernährungssysteme basierend auf lokalen und regionalen Nahrungsmittelmärkten. Verbraucher können durch ihren Kauf beim kleinbäuerlichen (Bio-)Betrieb aus der Nachbarschaft, d.h. regional, und vor allem durch die Verwendung saisonaler Produkte bereits viel für die Umwelt und Gesundheit tun. So werden Transportwege und Treibhausgas-Emissionen reduziert und dank der Ausreifung auf dem Feld, reichhaltigere Inhaltsstoffe vom Körper verwertet. Einen guten Überblick über saisonales Obst und Gemüse gibt der Saisonkalender von UTOPIA.

10 erfolgreiche Methoden, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren

Da 52 Prozent der Lebensmittelabfälle durch die Verbraucher entstehen, kann ein Großteil dieser Verschwendung ausschließlich durch Privatpersonen vermieden werden. Folgende Methoden wurden auch vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfohlen und dadurch ein nachhaltigerer Umgang mit Lebensmitteln gefördert:

1.       Einkaufszettel benutzen

Kaufen Sie nur, was tatsächlich benötigt wird. Eine sorgfältige Wochen-Planung der Mahlzeiten erleichtert nicht nur den Einkauf, sondern zudem das Kochen. Die Frage, was heute gekocht wird, fällt weg.

2.       Zeit nehmen

Gehen Sie nie unter Zeitdruck oder gar hungrig einkaufen. Nehmen Sie sich Zeit, um das Überangebot in den Regalen vernünftig zu sichten und Preise sowie Qualität einschätzen zu können.

3.       Packungsgrößen beachten

Großpackungen haben meist günstigere Kilo-, Liter- oder Stückpreise. Bevor Sie zugreifen, sollten Sie sich allerdings fragen, ob die Menge für Ihren Haushalt wirklich benötigt wird. Der verlockende Preis kommt uns nämlich teuer zu stehen, wenn die Hälfte der Packung im Müll landet.

4.       Bewusst auswählen

Woran liegt es, dass im Handel so viel Abfall anfällt? Mit Sicherheit auch am Wunsch des Einzelnen, möglichst lange haltbare Produkte zu kaufen. Die sind aber nicht immer nötig – beim baldigen Sonntagskaffee mit den Kindern beispielsweise, könnte man statt der haltbaren eine frische Milch mitnehmen. Oft lohnt sich ein Blick in die Auswahl der Waren, die bald aussortiert wird. Das schont auch den Geldbeutel.

5.       Richtig kühlen

Es ist nicht unerheblich in welchem Fach des Kühlschranks Lebensmittel gelagert werden, denn unten ist die Temperatur kühler als oben. Das Gemüsefach befindet sich meist ganz unten im Kühlschrank. Dort finden, wie der Name schon sagt, Obst und Gemüse ihren Platz.

Darüber befindet sich die kälteste Stelle im Kühlschrank, weshalb hier am besten Fisch, Fleisch und Wurst aufbewahrt werden. Im mittleren Fach sollten Milchprodukte gelagert werden. Ganz oben werden Käse und frisch zubereitete Speisen oder angebrochene Lebensmittel abgelegt. Den Käse bestenfalls am Stück kaufen und in beschichtetes Papier einschlagen. In der Tür findet sich Platz für Eier, Butter und Getränke. Um vor Austrocknen, Kontaminationen mit Erregern und Eigengerüchen zu schützen, sollte alles gut verpackt sein. Damit die Kühlkette leicht verderblicher Lebensmittel vor allem auch bei hohen Temperaturen gewahrt wird, empfehlen sich Kühltaschen für den Einkauf.

6.       Gut lagern

Brot, Öl, Kartoffeln, Auberginen, Avocados, Tomaten und empfindliche Südfrüchte wie Zitronen, Limetten oder Bananen gehören nicht in den Kühlschrank.

Ungeschnitten oder in einer Brotbox aufbewahrt, bleibt das Brot länger frisch. Kartoffeln und Zwiebeln sollten an einem trockenen und dunklen Ort gelagert werden. Da Tomaten und Äpfel ein Gas ausströmen, das anderes Obst und Gemüse schneller reifen lässt, sollten diese separat gelagert werden. Damit angebrochene Packungen von Mehl, Reis oder Nüssen vor Schädlingen geschützt sind, werden diese am besten in schließende Behälter umgefüllt. Geöffnete Konserven können ebenso umgefüllt und möglichst schnell verbraucht werden.

7.       Haltbarkeit beachten

Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Produkten zeigt nicht an, wann wir diese wegwerfen sollten. Bis zu diesem Datum behält ein Produkt lediglich seine typischen Eigenschaften wie Farbe oder Konsistenz. Testen Sie daher immer das Aussehen, den Geruch und den Geschmack. In den meisten Fällen sind die Lebensmittel noch gut. Bei rohem Fisch und Fleisch allerdings ist das Verbrauchsdatum angegeben, nachdem das Produkt definitiv nicht mehr verzehrt werden sollte.

8.       Regelmäßig kontrollieren

Trotz perfekter Lagerung kann es zu Schädlingsbefall kommen. Dann hilft nur noch die Entsorgung der befallenen Produkte. Bei Schimmelbildung auf Brot, Joghurt und Nüssen ist ebenfalls keine Rettung in Sicht und die Lebensmittel müssen weggeworfen werden.

9.       Reste verwerten

Auch bei einer cleveren Essens-Planung können Reste anfallen, die entweder am nächsten Tag gegessen oder für einen anderen Tag eingefroren werden. Suppe lässt sich beispielsweise sehr gut einfrieren, aus Gemüseresten kann eine leckere Gemüsebrühe oder Gemüse-Würzpaste entstehen.

10.   Maßvoll bestellen

In Restaurants lieber à la carte bestellen und aufs Buffet verzichten, da hier am meisten Abfälle anfallen. Wenn etwas übrigbleibt, kann darum gebeten werden, die Reste einpacken zu lassen.

Mit Sicherheit haben einige bereits von diesen Methoden gehört, doch wie viele von uns setzen sie tatsächlich um? Es reicht, jeden Tag eine Kleinigkeit anzupassen, um langfristig unser Verhalten im Alltag zu ändern.

zurück